Herzlich willkommen!


<< voriges Kapitel

zum Inhaltsverzeichnis

nächstes Kapitel >>

Spielraum für Wesentliches – Leseprobe

Die Kunst des Loslassens

Was soll leichter werden? Was bewegt mich? Was möchte ich loslassen? Das sind Fragen, die sich ideal mit der Metapher des Jonglierens verbinden lassen. Bei vielen Veranstaltungen mit bis zu 400 Teilnehmern war eine häufige Reaktion die Überraschung, dass es Vertrauen, Mut und Flexibilität braucht, um loszulassen. Spannend und aussagekräftig ist dabei die Grenze, wo wir vertrautes Terrain verlassen, z.B. wenn wir den 3. Ball dazunehmen. Denn spätestens beim dritten Ball werden Sie bemerken, dass Kontrolle nicht mehr möglich ist und gleichzeitig der Fluss und die Harmonie beginnen. Loslassen ist der Schlüssel, Vertrauen die Voraussetzung.

Was für den Beginner der 3. Ball ist, ist für den Könner der 5. oder 6. – oder der 13. Ball. Denn genau da, wo wir uns nicht mehr sicher fühlen, keine Kontrolle mehr haben, geht es ums Loslassen. Genau da, wo es unsicher wird, beginnt das Lernen. Und dazu gehört auch, zu erleben, wie man selbst in solchen Grenzsituationen reagiert, welche Strategien man nutzt, wie man mit Erfolg und Mißerfolg umgeht. Dass man für solche Grenzerfahrungen nicht an den Nordpol oder über glühende Kohlen laufen oder steile Felswände rauf- oder runter klettern muss, zeigt das Beispiel eines Managers, der sichtlich berührt seine Hand mit dem Ball darin anschaut und immer wieder vor sich hinmurmelt „Er fliegt nicht, warum fliegt er denn nicht?” Auch die mehrfache Aufforderung seiner Kollegen, ihn doch einfach loszulassen, schien ihn nicht zu beeindrucken. Versunken und konzentriert betrachtet er seine Hand, bis er plötzlich aufsteht und zu jonglieren beginnt. Anschließend erzählt er, dass er durch diesen Ball, der nicht fliegen wollte, an etwas erinnert wurde, was ihm in seinem Job immer wieder passiert, und er brauchte daher erst noch Zeit, das wirken zu lassen, um dann im wahrsten Sinne des Wortes loszulassen. Zu einem späteren Zeitpunkt erzählte er mir, dass er sich in der betreffenden Situation jetzt immer an das Jonglieren erinnere und sie somit wesentlich einfacher meistere.

<< voriges Kapitel

zum Inhaltsverzeichnis



<< zurück zur Medienübersicht